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„Die Größe und den moralischen Fortschritt einer Nation kann man daran messen, wie sie die Tiere behandeln.“

Leinenpflicht

Leinenpflicht

Zum Thema Leinenpflicht gibt es in Deutschland denkbar wenig Klarheit. Viele Missverständnisse und Fehlannahmen gehen daher um. Wir hoffen mit diesen Tipps etwas Klarheit schaffen zu können.Was ist Leinenpflicht?

Grundsätzlich gilt in Deutschland entgegen der weit verbreiteten Meinung keine generelle Leinenpflicht für Hunde. Die meisten Länder haben zu dem Thema eigene Gesetzestexte verfasst. Allerdings hat nicht jedes Bundesland feste Regelungen. Zudem haben in konkreten Fällen immer die Städte und Gemeinden das letzte Wort in Punkto Leinenpflicht. Deswegen sollten Sie sich sorgfältig über die Leinenpflicht in Ihrer Gemeinde informieren, denn bei Verstößen gelten teilweise hohe Bußgeldstrafen.Beachten Sie dabei auch, dass für gefährliche Hunde, so genannte Listenhunde, eigene Regelungen gelten. Welche Hunde als Listenhunde eingeordnet werden ist wieder von Land zu Land verschieden. Eine Auflistung nach Bundesländern finden Sie hier.Bayern:

Das Land Bayern schiebt die gesamte Verantwortung auf die Gemeinden. Hier ist nur geregelt, dass jede Gemeinde leinenpflichtige Bereiche selber einführen darf:Zur Verhütung von Gefahren für Leben, Gesundheit, Eigentum oder die öffentliche Reinlichkeit können die Gemeinden durch Verordnung das freie Umherlaufen von großen Hunden und Kampfhunden im Sinn des Art. 37 Abs. 1 Satz 2 in öffentlichen Anlagen sowie auf öffentlichen Wegen, Straßen oder Plätzen einschränken.  Der räumliche und zeitliche Geltungsbereich der Verordnung ist auf die örtlichen Verhältnisse abzustimmen, wobei auch dem Bewegungsbedürfnis der Hunde ausreichend Rechnung zu tragen ist.Den – sehr kurzen – Gesetzestext gibt es hier.Augsburg:

In Augsburg gibt es eine ganze Reihe von Verordnungen zum Thema Leinenpflicht. Einen konkreten Gesetzestext können wir Ihnen daher leider nicht geben. Beachten Sie, dass es in Augsburg zahlreiche Örtlichkeiten gibt, in denen ein striktes Hundeverbot gilt. Dies sind etwa Friedhöfe (mit Ausnahme von Blindenhunden), der Stadtmarkt, der Frühjahrs– und Herbstplärrer, Kinderspielplätze, Liegeflächen, Bolzplätze und Blumenschmuckanpflanzungen (ein allgemeines Verbot von Hunden auf Grünanlagen besteht jedoch nicht) und der „Osterfeldpark“ in Kriegshaber. Außerdem herrscht bei Veranstaltungen in der Sporthalle, im Rosenaustadion, in der Sportanlage-Süd und im Bereich der olympischen Kanuslalomstrecke Mitnahmeverbot von Hunden.  Leinenpflicht gilt in Augsburg am Königsplatz und in Grünanlagen (konkret heißt es: Es darf kein anderer gefährdet, geschädigt oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar behindert oder belästigt werden.). Zudem ist ein unkontrolliertes Laufenlassen des Hundes im Siebentischwald, Haunstetter Wald sowie an der Lechfließstrecke von der Staustufe 23 bis zum Hochablaß verboten. Hier muss der Hund stets in Sicht– oder Hör– und Rufweite sein. Außerdem herrscht Bade– und Waschverbot für den Kuhsee, den Autobahnsee und den Ilsesee.Berlin:

Die Stadt Berlin hat ebenfalls nur eine beschränkte Leinenpflicht, doch ist hier die Länge der Leine im jeweiligen Fall zu beachten:(1) Hunde sind 1. in öffentlichen Grün- und Erholungsanlagen, 2. in Waldflächen, die nicht an den Zugangswegen durch besondere Schilder ausdrücklich als dafür freigegeben gekennzeichnet sind (Hundeauslaufgebiete), und 3. auf Sport- und Campingplätzen sowie in Kleingartenkolonien an einer höchstens zwei Meter langen Leine zu führen. Die Leine muss so beschaffen sein, dass der Hund sicher gehalten werden kann. Darüber hinausgehende Vorschriften bleiben unberührt. (2) Hunde sind 1. in Treppenhäusern, sonstigen der Hausgemeinschaft zugänglichen Räumen und auf Zuwegen von Wohnhäusern, 2. in Büro- und Geschäftshäusern, Ladengeschäften, Verwaltungsgebäuden und anderen öffentlich zugänglichen baulichen Anlagen, 3. bei öffentlichen Versammlungen und Aufzügen, Volksfesten und sonstigen         Veranstaltungen mit Menschenansammlungen, 4. in öffentlichen Verkehrsmitteln, auf Bahnhöfen sowie in und an den dazugehörigen Gebäuden und Haltepunkten und in Fußgängerzonen sowie auf öffentlichen Straßen und Plätzen mit Menschenansammlungen an einer höchstens einen Meter langen Leine zu führen.Unklar ist jedoch, wie es sich mit den häufig verwendeten Flexileinen, die ja durchaus einen Spielraum von bis zu 6 Metern haben können, verhält.Den Gesetzestext für Berlin finden Sie hier.Hamburg:

Sehr strikte Gesetze zum Thema Leinenpflicht gelten in Hamburg. Hier müssen im gesamten Stadtgebiet große wie kleine Hunde angeleint werden. Zudem müssen Hunde einen Wesenstest ablegen und mit einem Mikrochip gekennzeichnet sein. Den Gesetzestext finden Sie hier.Nordhrein-Westfalen:

Ein etwas weniger striktes Hundegesetz gilt in Nordhrein-Westfalen. Hier heißt es wörtlich:Hunde sind an einer zur Vermeidung von Gefahren geeigneten Leine zu führen 1. in Fußgängerzonen, Haupteinkaufsbereichen und anderen innerörtlichen Bereichen, Straßen und Plätzen mit vergleichbarem Publikumsverkehr,2. in der Allgemeinheit zugänglichen, umfriedeten Park-, Garten- und Grünanlagen einschließlich Kinderspielplätzen mit Ausnahme besonders ausgewiesener Hundeauslaufbereiche,3. bei öffentlichen Versammlungen, Aufzügen, Volksfesten und sonstigen Veranstaltungen mit Menschenansammlungen,in öffentlichen Gebäuden, Schulen und Kindergärten.Den Gesetzestext finden Sie hier. Achten Sie jedoch auch auf die Regelung in Ihrer Gemeinde. Häufig gilt in Brunnenanlagen oder Plätzen eine eigene Leinenpflicht um Beschädigungen und Verschmutzungen vorzubeugen.

Hessen:

In Hessen ist hingegen keine Rede von Leinenpflicht. Außer für gefährliche Hunde gilt in Hessen eigentlich nur Halsbandpflicht. Doch auch hier gilt: Informieren Sie sich beim Ordnungsamt Ihrer Gemeinde über die genauen Vorschriften.Den Gesetzestext gibt es hier. Aber: Leinenpflichten können im Einzelfall unrechtmäßig sein

Die ihnen in den Gesetzestexten zugestandenen Freiheiten nutzen viele Städte und Gemeinden, um die Rechte der Besitzer und die Bewegungsfreiheit von Hunden so weit als möglich einzuschränken. Doch gibt es durchaus Möglichkeiten sich zu wehren. So hat das Oberverwaltungsgericht der Klage von Hundehaltern stattgegeben, die gegen die absolute Leinenpflicht in der Stadt Hemmingen (Niedersachsen) geklagt hatten, da nicht bewiesen werden kann, dass von jedem nicht-angeleinten Hund eine Gefahr ausgeht. Das Urteil gibt es hier. Aber Vorsicht: Bis ein Gericht etwas anderes beschlossen hat ist eine Verordnung zum Thema Leinenpflicht durchaus wirksam und Verstöße können mit Bußgeld geahndet werden.

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